zurück in Polen

Von Leipzig aus fahren wir Richtung Norden. Wir wollen grob in Richtung Danzig und überlegen uns, ob wir die Nordroute über Stettin oder die Südroute über Posen nehmen. Wir entscheiden uns für die Autobahn und nehmen die Südroute.

Unser erster Stopp führt uns nach Wendisch Rietz an den Scharmützelsee. Das Wendland liegt südlich von Berlin und wir haben hier einen nett gelegenen Campingplatz gefunden. Dieser hat allerdings die gleichen „Macken“ wie der in der sächsischen Schweiz: Alles kostet extra: Duschen (1 Euro 3 Minuten), Frischwasser, Waschen (1 Euro 15 Minuten Strom), keine Rabatte, kein W-Lan. Selbst Merle kostet 2 Euro mit der Begründung, sie könnte ja schließlich theoretisch die sanitären Anlagen mit benutzen. Für uns ein komisches Konzept, denn wer zahlt schon für jede Selbstverständlichkeit gerne extra und fühlt sich dabei nicht ausgenommen? Psychologisch gesehen wäre ein höherer Gesamtpreis ohne Extrakosten besser, reduziert es doch die so genannte „Pain of Paying“.

Wir machen das Beste draus und verleben einen schönen Nachmittag am See, bevor es dann am nächsten Tag per „Autobahn der Freiheit“ erneut nach Polen geht. Wir stoppen zufällig an der ehemaligen deutsch-polnischen Grenze vor 1945 und finden einen Campingplatz direkt am See in Zbaszyn. Vorher wollten wir wild auf einer Wiese stehen. Doch da kam der Bauer und wollte 50 Zloty dafür haben, also sind wir wieder gefahren. Der Campingplatz wollte nur 45 Zloty und hatte saubere, rustikale Sanitäranlagen. Wir haben noch nie so viele Gänse auf einem Haufen gesehen wie hier in Pommern.

Überhaupt werden wir auf dieser Reise noch zum Profiornithologen. Nicht nur der „Rückwärtsvogel“, also die Kurzohreule, die uns die Nächte am Mittelmeer besungen hat, nein auch der Kuckuck, der seit Slowenien dessen PLatz eingenommen hat, ist unser ständiger Begleiter. Und wir haben so viele Störche (und Babystörche) gesehen, dass es für ein Dutzend weiterer Kinder reichen würde 😉 Merle kann jetzt schon den Gebärdensprachenausdruck für Vogel und zeigt uns jeden Piepmatz und jeden Quakquak sogleich an. Nebenbei gefragt: Wir machen eigentlich Schwäne?

Am nächsten Tag geht es genauso öde weiter auf der Autobahn. In Posen biegen wir ab auf die „Verbindungslandstraße“ zwischen A2 und A1. Hier reihen sich LKW an LKW und wir fahren durch bis Świecie. Das dauert wesentlich länger als geplant wegen des dichten Verkehrs. Hier haben wir einen Campingplatz namens „Zamek“ gefunden, direkt neben einer alten Burgruine. Jetzt wissen wir, dass Zamek Burg bedeutet. Er war herrlich gelegen zwischen Wda und der Weichsel. Der gute Eindruck und der günstige Kurs wurde am nächsten morgen etwas getrübt von den Preis(nach)verhandlungen. Uns wurde versehentlich ein zu niedriger Preis gesagt und wir sollten jetzt 45 statt 35 Zloty zahlen. Nachdem die ganze Familie ankam und fragte, „ob es ein Problem gäbe“, einigten wir uns auf 40 Zloty. Schade.

Wir lassen uns unsere Fahrt aber nicht vermiesen uns fahren weiter, den polnischen Ostfriesenspieß A1 in Richtung Danzig. Nächstes Ziel: Die Kaschubei.

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