Wo Ost- und Nordsee sich küssen

Tag 40: Hirtshals – Skagen – Dokkedal (Hadsund)

Der Tag heute begann viel besser als vorausgesagt. Wir entschieden uns daher spontan, nicht direkt in Richtung nach Hause zu fahren, sondern noch einen Ausflug nach Skagen zu machen.

Kurz vor Skagen fuhren wir zur tilsandede Kirke. Hier schaut nur noch der Kirchturm aus der Landschaft. Die Sanddünen haben die Menschen gezwungen, die Kirche aufzugeben. Der Turm selber ist wenig spektakulär, der Spaziergang durch die Heide war aber toll und es gab einen schönen großen Spielplatz für Merle.

Dann, an der Landspitze „Grenen“ treffen Nord- und Ostsee zusammen. Ab September ist das Parken hier kostenfrei – die Saison ist vorbei. Bis zur endgültigen Spitze liefen wir noch etwa 3 km am Ostseestrand entlang. Wir haben sogar ein Seehundbaby gesehen und angemessen Abstand gehalten, um es nicht zu stören.

Es war interessant zu sehen, dass an dieser ruhigen Stelle im Meer etwa ein Dutzend riesiger Schiffe auf Reede lagen, darunter auch viele Kreuzfahrtschiffe. Wir tippen, dass es coronabedingt ungenutzte Schiffe sein könnten.

Der Punkt, wo Nord- und Ostsee zusammentreffen war spennend. Tatsächlich prallen hier die Wellen beider Meere zusammen und die Wassermassen bleiben ersteinmal getrennt. Der Strand war recht voll, viele Ausflügler aus Deutschland, Dänemark und der Ferne waren hier anzutreffen. Das Wetter war herrlich. Es war zwar windig, aber nicht allzu sehr und die Sonne schien von einem fast wolkenlosen Himmel herab.

Wir schmissen unsere Pläne noch einmal über den Haufen und suchten uns einen Campingplatz am Strand. Unser „Zufallsgenerator“ fiel auf Kattegat-Camping in Dokkedal bei Hadsund. Die Anlage ist eine riesige 5-Sterne-Anlage mit Pool und allem drum und dran direkt in den Dünen. Bis auf ein paar Dauercamper waren hier nur eine Handvoll Tagesgäste wie wir.

Da keine Saison mehr war, hatte der Pool und der Lebensmittelladen sowie alle Restaurants geschlossen. Das war nicht so wie erwartet. Es war ein wenig so, als ob gleich der obligatorische Heuballen durch die einsamkeit wehen würde..

Der riesige leere Platz und die weitläufigen Sanitäranlagen lassen nur erahnen, was hier in der Hauptsaison los sein muss. Es gibt auch ein halbes Dutzend Spielplätze, Trampoline und eine wahnsinnig große Hüpfburg, die so groß war, dass Merle es kaum fassen konnte, das sie für sie alleine da war.

Wir liefen die 10 Meter über die Dünen und fielen fast in die Osesee hinein. Feiner weißer Sandstrand erstreckt sich links und rechts von uns. Auf dieser Seite der Düne ist es fast windstill und die See lag ruhig und still.

Merle lief in kurzer Hose in die See und konnte richtig weit gehen, ohne dass das Meer merklich tiefer wurde. Das fand sie sehr lustig. Wir bauten auch eine Sandburg und zeichneten Botschaften an den lieben Gott in den Sand.

Wir genossen am Abend die exzellenten Duschen. Merle hatte ein ganzen Kinderabteil für sich alleine und genoss dies ausgiebig. In den Erwachsenenduschen spielte 80er-Jahre-Musik, was den Charme der menschenleeeren Nachsaison für uns noch deutlicher hervorhob.

Satt, müde, sauber und zufrieden genossen wir den Abend mit Blick auf Dünen und Meer und waren dankbar, dass wir hier in der Nachsaisron in Ruhe und Abgeschiedenheit stehen konnten.

Eure Nicole

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