Wat Uhl un Ekboom vertellt

Nun sind wir also im März 2020 nach Haltern gezogen – mein Mann zurück zu den Wurzeln, ich auf zu neuen Ufern, unsere Tochter (4) in ihr Gartenparadies. Just zu dieser Zeit kam auch der Corona-Lockdown. Heimarbeit, vorher undenkbar, wurde plötzlich möglich und wir wussten uns dankbar auf der Seite derer, für die der Lockdown mehr Vor- als Nachteile hatte. Doch trotz täglicher Spaziergänge lerne ich nichts über meine neue Heimat. Ich kannte weder meine neuen Nachbarn noch die Stadt in ihrer ganzen Schönheit, denn wir hielten uns nur dort auf, wo wir wenig Menschen begegneten. So lernte ich alle Kirchen und Kapellen kennen und zündete dort mit meiner Tochter je eine Kerze an. Das waren wunderschöne Erfahrungen, doch was ist mit Haltern selber?

Foto: Pixabay

Bettina, eine Freundin aus Haltern, erzählte in einer Videokonferenz, in der wir uns mit unseren Freunden trafen, in einem Nebensatz, dass es ein Buch mit Heiligen-Geschichten rund um Haltern gäbe. Nach kurzer Zeit fragte ich bei Kortenkamp in der Stadt nach einem Buch „rund um Geschichten der Stadt Haltern“. Dort konnte man sich erinnern, dass es einmal so ein Buch gab, aber wir konnten den Titel nicht herausfinden. Daher wurde ich an die Touristeninformation verwiesen. Dort fragte ich ebenfalls nach diesem Buch und auch dort konnte man sich erinnern, dass es so etwas einmal gab. Freundlich schauten sie in all ihre Schränke, konnten aber kein Buch finden und verwiesen mich an die Bücherei. Und dort wurde ich fündig. Frau Schäfer dort kramte kurz im Fundus und lieh mir das Buch von Bernhard Köster „Wat Uhl un Ekboom vertellt“.

Ich las das kurzweilige Buch in Windeseile hindurch und gab es wieder zurück. Ich dachte darüber nach, an all die heiligen Orte zu wandern, die dort genannt worden sind. Möglicherweise als eine Art Corona-Wallfahrt. Ich wollte dazu das Buch kaufen. Doch es ist ausverkauft. Die Mutter meines Mannes rief all ihre Bekannten an, auch ihre Freunde von der Plattdeutschen Bühne und schrieb den Autoren Herrn Köster sogar eine Mail. Doch es war nichts zu machen.

Ich gab meinen Plan schon auf; der Lockdown war mittlerweile vorbei, wir waren mit der ganzen Familie 6 Wochen nördlich des Polarkreises im Urlaub, als ich plötzlich von Zuhause eine Nachricht bekam: Das Buch ist da!

Foto Pixabay

Wir konnten es kaum glauben und doch war es wahr: 3 Monate später ist ein Buch für unf aus magische Art aufgetaucht. Gevatter Zufall hatte es in Uropas alter Bibliothek auf wundersame Weise erscheinen lassen.

Meinen großen Dank an all die Menschen und Umstände, die schlussendlich zusammengewirkt haben, um dieses kleine Wunder von Haltern wahr zu machen. Wir werden zu Ehren dieses Geschehens – sei es jetzt Zufall oder das Wirken Gottes – in Kürze eine kleine Uhl-un-Ekboom-Pilgerreise zu einzelnen Orten aus dem Buch unternehmen.

Nicole Peters

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