Route de la Baie du Mont Saint Michel

Tag 20 – An diesem morgen konnte Merle es kaum aushalten, und hatte schon die Schuhe an, bevor wir das Bett zurückgebaut hatten, um raus zu den Tieren zu kommen. Wir haben sie dann mit Schlafanzug, Badeschlappen und ungekämmt herausgelassen und konnten uns anschließend in Ruhe selber zurecht machen und den Frühstückstisch decken.



Merle lief herum, zu den Kaninchen, zu den Lamas, zu den Ponys zum Eisstand, zu den Hunde-A-A-Haufen und wieder zurück. Sie beobachtete, wie der Hütehund der Familie das schwarze Kaninchen, der kleine Schlingel, der immer ausbüchste, wieder und wieder zusammentrieb. Sie spielte mit Mario, dem dreijährigen Sohn der Farmerstochter (die eine Zwillingsschwester von Christians Nichte Lena hätte sein können).

Und sie kam hungrig zurück, um uns von den Lamas, ‚pakas, Häschen, ’ninchen, ‚chillas und ßiegen zu erzählen. Und den Hunde-A-A-Haufen natürlich.

Nach dem Frühstück rödelten wir dann zusammen und fuhren nach Süden. Auf der Route de la Baie kamen wir durch zu viele Orte und das Wetter wurde immer heißer und heißer, so dass wir mittags bereits in Genets schließlich einen Campingplatz in Meeresnähe ansteuerten. 4 Sterne mit Schwimmbad verhieß viel Spaß, allerdings mussten wir vorher am Eingangsdrachen vorbei, die uns recht mager abfertigte. Da wären wir wieder beim guten Personal, was angeblich schwer zu finden sei…

Nichtsdestotrotz verlebten wir einen tollen Mittag im teilweise überdachten Schwimmbad und entgingen so der brütenden Hitze recht angenehm. Danach machten wir einen Spaziergang zur Bucht von Mont Saint Michel. Die angeblichen 10 Minuten erwiesen sich – wie wir uns schon dachten – als etwa 25 Minuten, aber das war nicht tragisch.

Tragisch war, dass wir Merle Wasser versprochen hatten, es aber grade Ebbe in der Bucht war. Wanderer erzählten uns, dass das Wasser jetzt grad etwa 10 km entfernt sei von der Küstenlinie, an der wir grad standen. Okay, Watt kennen wir schon von der Nordsee, von daher musste es Watt und Sand fürs erste auch tun. Das ganze dann mit dem Weltkulturerbe Mont St. Michel im Hintergrund und einer leichten Brise – es kann einem schlechter gehen.

Auf dem Rückweg schlief Merle hundemüde in der Kraxe ein und wir bereiteten schon mal den Grill vor. Beim Grillen merken wir, dass der von uns explizit gewünschte Platz „direkt am Spielplatz“ eher kontraproduktiv ist, da unser Kind gleichzeitig essen und spielen wollte.

Auf unser „dann geh doch, aber Mama und Papa bleiben hier und essen zu Ende“ wurde dann prompt damit beantwortet, dass sie mit den Schlappen an der Rutsche hängen geblieben ist und vor Schreck laut heulte. Das nächste Mal nehmen wir einen Platz am anderen Ende des Campingplatzes, soviel steht fest!

Mit einer Flasche Calvados und einem Schluck Pommeau beschließen wir den Tag und schauen von unseren Stühlen vor dem Bus in den herrlichen Sonnenuntergang.

Frage des Tages: Wenn das Kind sagt, dass es satt ist, weil es zum Spielplatz möchte, dann konsequent bleiben und nichts mehr zu essen geben? Oder nachgeben, weil ja klar ist, dass das Kind das nicht so gemeint hat?

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