Legacy of the Fjords

Tag 36: Flaam – Hardangerbrua

Ein weiterer schöner Tag im Paradies beginnt. Keine Wolke ist am Himmel zu sehen. An diesem Morgen beeilen wir uns, da wir die Touristen-Fähre „Legacy of the Fjords“ nach Gudvangen um 9:30 Uhr bekommen wollen.

Es ist eine brandneue Fähre, die mit einem reinen Elektromotor betrieben wird. Wir bezahlen unsere Fahrkarte (141 Euro) und steigen an Bord. Mit uns sind noch etwa 8 weitere Personen mit dabei und alle halten sich an die Coronavorschriften.

Was ein Glück. Die Fähre sieht aus, als ob sie wesentlich mehr als 11 Passagiere transportieren kann. Gott sei Dank fehlen nicht nur die Kreuzfahrttouristen – für die es hier einen eigenen Fähranleger gibt -, sondern auch die Bustouristen. Da bleiben nur noch vereinzelte Individualurlauber aus Norwegen, Deutschland, Italien und Indien.

Der Schaffner von der Flaambahn gestern sagte uns, dass pro Jahr normalerweise mehr als eine Million Touristen mit der Bahn fahren, es aber in 2020 nur etwa 200.000 waren. Ich schätze, das wird bei dem Schiff ähnlich aussehen.

Wir legen ab und fahren durch den Aurlandsfjord und biegen anschließend in den Naeroyfjord ein. Dieser gehört zum UNESCO Weltnaturerbe und ist wunderschön. Erklärt wird das eine oder andere per Fernsehschirm, aber ohne Ton (dazu müßte man sich eine App kaufen).

Wir haben anschließend in Gudvangen einen kurzen Aufenthalt, bevor wir wieder zurück schippern. Hier scheint es ein Wikingerdorf zu geben, bei den wir am Nachmittag einen Stopp in Ruhe einlegen wollten. Die Fahrt mit dem Katamaran war sehr erholsam und sehr ruhig wegen des Elektromotors. Die sagenhafte Natur spricht für sich. Nach vier Stunden Fährzeit kommen wir wieder in Flaam an, packen unseren Bus ein und fahren die E16 wieder ein Stück zurück.

In Gudvangen halten wir an. Das Wikinderdorf ist klein und wir hofften, dort „echtes Wikinderessen“ bekommen zu können. Doch das Café am Eingang hatte nur Burger und Pizza. Da es aus dem Dorf nicht nach Essen roch und auch sonst nichts zu hören war, verzichteten wir auf einen Besuch. Wir sahen nur einmal eine „Walküre“ herauskommen und sich im Supermarkt eine Cola kaufen.

Wir fuhren weiter. Der Nachmittag ließ die Landschaft in strahlendem Sonnenschein warm und gemütlich erscheinen, als wir durch den Windersportort Voss fuhren. Den kannten wir bisher nur mit Regen und kalt.

Wir fuhren bis zum Picknickplatz an der Hardangerbrücke. Die Straßenbaukunst der Norweger ist atemberaubend. Erst fährt man durch einen Tunnel, in dem es einen Kreisverkehr gibt. Wenn man dann aus dem Berg kommt, geht es unvermittelt auf die große Brücke und auf der anderen Seite wieder in den Berg hinein, wo wieder ein Kreisverkehr im Tunnel auf einen wartet.

Der Picknickplatz selber ist neu und unspektakulär, hat aber ein Klöchen, viele Picknicktische und einen Aussichtspunkt von oben auf die Hardangerbrücke. Wir nutzen den Sonnenschein für einen kurzen Spaziergang zur Brücke via dem hier vorbeiführenden Radweg.

In Serpentinen schlängelt der Weg sich hinunter bis fast auf Höhe der Brücke. Hier gibt es mehrere Aussichtsplattformen. Wir gingen den Weg etwas weiter und sahen, dass der Weg in einem Tunnel mündet. Zaghaft wagen wir uns hinein und finden darin – zwei Regenbogen! Es gab bunte Lichtinstallationen, die den Tunnel bunt leuchten ließen.

Der Weg durch den Tunnel führte 270 Grad um die Kurve nach unten. Auf halber Strecke hörten wir ein großen Krach: ein Auto kam! Obwohl wir auf einem Rad- und Fußweg waren und oben Beschränkungsbalken gesehen hatten, sprangen wir auf dem schmalen Weg instinktiv zur Seite.

Doch der Krach wurde lauter und lauter. Ich ging ein Stück weiter um die Kurve und sah, dass der Fußweg weiter unten direkt neben der Fahrbahn herauskam. Und dort auf der Fahrbahn näherte sich ganz weit entfernt im Tunnel ein Auto. – Der Hall im Tunnel hatte das Geräusch verstärkt. Und wir waren in Sicherheit! Puh, das war eine ganz neue Erfahrung für uns. Wie oft waren wir schon in einem Tunnel, in dem PKWs fahren zu Fuß unterwegs? Ich bisher noch nie!

Heraus kam der Tunnel direkt auf der Brücke. Hier konnte man theoretisch bis zur anderen Seite gehen. Das wären weitere 1,8 km gewesen, die wir uns dann aber geklemmt hatten, da einer von uns Dreien schon müde und hungrig war.

Wir aßen draußen in der Sonne Nudeln mit Pesto und freuten uns auf eine Zeit daheim, in der es monatelang keine Nudeln mehr geben würde. Ich schätze, wir hatten sie ein oder zwei Mal zu oft auf unserer Reise..

Die Sonne ging leider zu dieser Jahreszeit so hinter dem Berg unter, dass der Hardangerfjord samt Brücke im Schatten lag.

Wohin wir morgen fahren werden, wissen wir noch nicht. Wir haben 4 verschiedene Richtungen zur Auswahl: Richtung Bergen, Richtung Lyseboten und Ölberg Strandcamping, Richtung Haukelifjell oder Richtung Hardangervidda. Auf allen Wegen gint es tolle Dinge zu entdecken, Wasserfälle zu sehen und wir schauen mal, wohin es uns verschlagen wird.

Eure Nicole

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