Insel der Engel

Tag 17: Saltstraumen – Bösanden, Steigen (Engelöya)

Heute überquerten wir die große Brücke über den Saltstraumen und bogen anschließend auf die E6 nach Norden ab. Rauf und unter ging es, durch unzählige Tunnel, vorbei an der Touristenfalle Kobbelv Vertshus, in dem wir vor 4 Jahren schon einmal waren bis zum winzigen Café am Picknickplatz Mörsvikbotn.

Es war 13 Uhr und die Dame des Cafés wollte grade schließen. Wir fragten: „It´s closed?“ und sie antwortete uns ja, der Tunnel direkt vor uns sei geschlossen, da dort drinnen ein Auto brennen würde. Ok, war jetzt nicht direkt die Antwort auf unsere Frage, half aber trotzdem. Wir konnten die Dame noch ermuntern, uns die letzten 3 Waffeln zu verkaufen, die sie hatte, bevor sie den Laden schloss.

Während wir die Waffeln mit selbstgemachter Marmelade nach Art des Hauses verspeisten machten wir uns Gedanken über das Konzept dieses Cafés. 13 Uhr schließen wäre uns jetzt nicht als erstes in den Sinn gekommen. Andere Länder, andere Sitten.

Wir hatten Glück, Waffeln und sahen dann die Feuerwehr auf dem Tunnel kommen, gefolgt von einer langen Wagenkolonne. Der Tunnel war wieder frei und unsere Fahrt ging weiter.

Nach einiger Zeit bogen wir von der E6 ab in Richtung Engelöya, der Insel der Engel. Dies war ein Tipp des Norwegers Jens, den wir auf Sjöbakken getroffen hatten. Wir fuhren etwa 1 Stunde lang auf schmalen Straßen, über eine einspurige Brücke und über Schotterwege, bis wir unsere Campingmöglichkeit „Bö Camping“ gefunden hatten.

Wir fuhren auf den Bösjyveien, dem Weg zu dem Museum der Insel, ließen den Strand Bösanden liegen, da man dort nur zelten darf, ließen den ersten Campingplatz ebenfalls liegen und fuhren auf den zweiten, der direkt am Strand liegt. Ich weiß nicht einmal, ob man das Campingplatz nennen darf. Es ist eine Wiese am Strand mit Blick auf die Lofoten, einem Mülleimer, einem Wasserschlauch mit eiskaltem Wasser sowie einem Briefkasten, in dem man 150 Kronen oder 15 Euro einwerfen soll. Lage, Lage, Lage!

Eine Stunde vom Touristenweg entfernt hatten wir hier eine Wiese für uns allein erwartet und einen mit 9 Wohnmobilen (alles Norweger) gefüllten Platz zwischen Kuh- und Schafweide gefunden. Die Fahrt hierher erinnerte uns sehr an die Isle of Skye, nur mit mehr Bäumen. Einfach ein Traum.

Auch der Sandstrand, der nicht aus Sand, sondern aus Korallen besteht, ist ein Traum. Kristallklares türkises Wasser mutet wie in der Karibik an. Die Norweger gingen auch schwimmen – wir gingen zumindest bis zum Knie hinein. Das Wasser hatte 16 Grad, die Luft 15 und es wehte ein kalter Wind.

Wir genossen es, 3 Stunden in unserem Stuhl in der Sonne im Windschatten zu schwitzen und einfach nur dankbar zu sein, hier an diesem Ort heute sein zu dürfen.

Nach dem Abendessen sollte die kleine ich-bin-gar-nicht-müde ins Bett, wo sie noch eine Stunde Hörspiele hörte und eine weitere Stunde nicht einschlief. Um etwa 22 Uhr begründete sie ihr Wachsein mit „es ist noch gar nicht dunkel, das kann noch nicht so spät sein!“, während wir einen netten Sonnenuntergang bei den Wolkenbänken der Lofoten genossen, die auf den bevorstehenden Wetterwechsel hinweisen wollten.

Eure Nicole

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