„Größtenteils harmlos“

oder auch Tag 2: Asendorf (D) – Tingslev (DK)

In der Nacht, wir waren grad mehr oder weniger eingeschlafen, hörten wir ein PLUMPS, dann ein Weinen und dann ein „Ich bin aus dem Bett gefallen“. Wir dachten uns: gut, dass sie nicht im oberen Bett geschlafen hat, sondern im unteren, und sie kam zu uns in die Mitte nach vorn. Mitte bedeutet bei einem etwa 1,10 m breiten Bett, dass Christian an der Wand klebt und ich auf der anderen Seite fast aus dem Bett falle. Ich sagte noch zu Merle: „Bring das Kissen mit“, denn ich hatte ihr ja mein Kopfkissen gegeben. Freudig kam sie dann mit ihrem Schmusekissen angelaufen. Es geht doch nichts über eindeutige Kommmunikation im Halbschlaf.

Nach einer zu kurzen Nacht sagten wir unseren Gastgebern Auf Wiedersehen und fuhren weiter in Richtung „nächste größere Stadt mit einem dänischen Bettenlager“. Das war in unserem Fall Verden an der Aller. Im strömenden Regen ging es für uns zu Jysk rein, Kopfkissen, Inlett und Frozen-Bettwäsche gekauft und im Platzregen weder raus.

Dann klemmten wir uns auf die Autobahn und fuhren weiter gen Norden. Die Reise war wenig spektakulär. Wir hielten an drei Raststätten mit Kinderspielplätzen. Und bevor wir wieder ins Jammern kommen, wie wenig die Menschen über ihr Verhalten nachdenken, wenn sie mit Verbrennerfahrzeugen auf Elektroparkplätzen parken oder die großen Geschäfte ihrer Hunde nicht wegräumen oder etwas ähnliches, haben wir uns auf eine neue Herausforderung geeinigt:

Immer wenn wir so etwas sehen, was uns aufregen könnte, überlegen wir uns jeder mindestens ein Szenario, in dem genau diese Verhaltensweise in Ordnung gewesen wäre. Denn auch das könnte ja wahr sein, nicht nur unser Weltuntergangsgesang. Beispiel bei dem Hundehaufen: Das Herrchen hat einen Bandscheibenvorfall und darf sich akut nicht bücken. Mal schauen, ob das funktioniert.

Als wir an der deutsch-dänischen Grenze ankommen, haben wir etwas Bammel. Unsere Fähre geht erst übermorgen früh und das Einreisen ist nur für 6 gebuchte Übernachtungen oder direkte Durchfahrt zur Fähre gestattet. Leicht schwitzend kommen wir also an der Grenze an und haben richtig Glück: Der Beamte winkt uns ohne Prüfung durch.

Erleichtert fahren wir die letzten 10 Minuten bis zu unserem Tagesziel: Bauernhof Katrinegaard in Tingslev, ein Stellplatz mit 3 Plätzen auf einem Hof keine 2 Minuten von der Autobahnausfahrt entfernt und doch absolut ruhig und traumhaft gelegen. Wir wurden doppelt belohnt, da der Platz auch über einen kleinen Spielplatz und ein großes Trampolin verfügt.

Und eigentlich sogar vierfach, denn das Wetter war stürmisch, aber meist sonnig und der Hofeigentümer zeigte uns seine 70 Bio-Milchkühe samt Melkrobter und Futteranschieberotober. Klasse, was heutzutage (die Anlage ist 25 Jahre alt) alles geht.

Wir verbringen einen schönen Nachmittag auf dem Hof, können anschließend sogar duschen, haben kostenfreies W-Lan und können einen ruhigen Abend verbringen, denn Merle wollte lieber eher als später in ihrer neuen Bettwäsche schlafen gehen. Ein schöner wechselhafter Tag mit schönem wechselhaften Wetter. Wie unten so oben.

Bis morgen Eure Nicole

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