Die Reise nach Hause

Andernach – Haltern am See (Tag 5)


Der letzte Tag der Herbstreise beginnt. Die Sonne steht am strahlend baluen Himmel. Wir genießen einen herrlichen Morgen am Rhein und Merle kann sich richtig auf dem Spielplatz austoben.

Andernach

Erst gegen Mittag verlassen wir das Sonnenparadies und brechen in Richtung Norden auf. Wir haben uns einen Ziwschenstopp herausgesucht, um das zu befürtchtende Verkehrschaos rund um den Kölner Ring zu umfahren.

Herausgesucht haben wir uns die Wiehler Tropfsteinhöhle im Bergischen Land. Von Andernach aus ist es eine kurze 1,5 stündige Fahrt dorthin. Wir sagen also Rheinlad-Pfalz auf Wiedersehen und fahren wieder nach Nordrhein-Westfalen. zurück. Direkt an der Landesgrenze erwartet uns auch schon winkend eine dicke Wolken- und Regenfront. Gut, dass wir ein Ziel mit Dach herausgesucht hatten.

An der Wiehler Höhle (Coronahinweis: 3G) angekommen bemerkten wir dann unser Versäumnis: Wir sind wieder in NRW. Und im gegensatz zu RP gelten hier Schulkinder nicht automatisch als „getestet“. Also kamen wir am Torwächter nicht vorbei. Auch und gerade weil wir es hätten wissen können, haben wir uns so tüchtig geärgert, dann wir kein Testzentrum gesucht haben, sondern weiter nach Hause gefahren sind.

Die Fahrt über haben wir darüber philosophiert, wie sehr Regeln der Regeln wegen eingehalten werden unabhängig von der dahinterliegenden Bedeutung. Ein vor seinen Augen gemachter Selbsttest der Kleinen hätte dafür sorgen können, dass sich niemand bei ihr mit Corona anstecken kann. Aber das war nicht erlaubt, weil es kein „medizinischer Test“ ist (und das, obwohl der Test in der Liste der medizinischen Teste aufgeführt ist). Doch die Sorge vor „25.000 Euro Strafe, wenn das einer mitbekommt“, war größer. Verständlich aus seiner Sicht. Unverständlich, wenn es darum geht, Corona im Schach zu halten, denn von einem gesunden Kind geht keine Gefahr aus.

Anschließend haben wir über weitere Unsinnigkeiten geschmunzelt, die uns in dem Zusammenhang noch aufgefallen sind. Denn wenn Merle mit 6 noch in den Kindergarten gehen würde, hätte sie als getestet gegolten. Oder wenn wir in Rheinland-Pfanz gewesen wären, wo alle Schulkinder auch in den Ferien als getestet gelten. Hier offenbart sich, dass es von Menschen gemachte Regeln sind, die mehr oder weniger sinnvoll sind.

Was wir für Kinder sinnvoll gefunden hätten? Auf jeden Fall finden wir für Kinder, die in den Ferien nicht automatisch getestet werden, einen Test vor Betreten einer Höhle oder eines Museusm sinnvoll. Aber uns hätte auch ein vor unseren Augen gemachter anerkannter Schnelltest ausgereicht. Und da wäre es uns egal, ob Kindergarten- oder Schulkind.

Bis wir staufrei zuhause angekommen waren, haben wir auch genug über dieses Thema philosophiert. Wir verschieben den Besuch einer Tropfsteinhöhle auf einen anderen Kurzurlaub. Und dass wir noch einmal so eine Coronaregelung vergessen werden ist unwahrscheinlich nach dieser Lektion.

Im strömenden Regen packten wir daheim unser Wohnmobil aus. Ein Willkommen hatten wir uns anders vorgestellt – wie so vieles heute. Nach einer warmen Dusche und einem leckeren Abendessen ließen wir mit einem oder zwei Vulkanbierchen den Urlaub in Gänze Revue passieren.

Erkenntnis 1: Auch in der Nähe gibt es viele, teils unbekannte Sehenwürdigkeiten, die eine Reise wert sind

Erkenntnis 2: Manchmal muss man vor Antritt der Reise nur den ungefähren Weg wissen, der Rest ergibt sich von selbst

Erkennntis 3: In den Herbstferien haben viele Campingplätze bereits geschlossen

Erkenntnis 4: „weiße Ware“ und wir, das passt nicht zusammen. Wir brauchen wieder einen Kastenwagen

Erkenntnis 5: Ich bin froh, in dieser Zeit geboren zu sein, in der die Heizung schon erfunden wurde.

Erkenntnis 6: Das Leben ist schön, und unter jeden Umständen eine Reise wert

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