Der Saharadüse entgegen (Fort Mahon Plage)

Heute sagten wir der Bricquerie adieu, wahrscheinlich für immer. Wir haben alle Rutschen und Wasserspielplätze und sonstige Raritäten endlich einmal in Aktion gesehen und das reicht uns hier. Es soll bitte nichts von dem zwanghaften Charakter hier an uns haften bleiben.

Ault

Wir fahren weiter in Richtung Osten, über die wunderschöne Brücke der Normandie (6,30 Euro Maut), der so genannten Saharadüse entgegen, die aktuell von Süden kommend in Richtung Deutschland und Mitteleuropa unterwegs ist und bis zu 40 Grad bringen soll.

Unseren Tee-Stopp machen wir heute in dem schönen Städtchen Ault an der Alabasterküste. Diese heißt so, da sie von le Havre aus kommend bis genau hier eine lange weiße wunderschöne Kalk-Steilküste darstellt. Das Alt-Städtechen hier ist komplett mit einem 2,10 Meter-Höhenbegrenzungsbalken ausgestattet. Wir hatten jedoch zufällig das Glück, einen Parkplatz oben an den Klippen direkt vor dem Balken zu bekommen und genossen einen atemberaubend schönen Ausblick auf die Klippen nach links und das unendlich scheinende Flachland nach rechts. Wir standen exakt an dem Scheidepunkt der beiden Welten.

Weiter ging es durch das ödes Marschland an der Kiesküste bis zur Somme-Mündung. Dann wechselte die Landschaft zu hügeligen Ländern an feinem Sandstand und Watt. Das ist die Grenze zwischen der „Obernormandie“ und der „Niedernormandie“.

Wir hatten mittlerweile eine Yelloh!-Clubkarte und darauf Punkte gesammelt für zwei Freinächte, die wir im einzigen verbleibenden Yelloh!-Camping hier auf unserer Route verbraten wollten. Aber – mal wieder zu unvorbereitet – natürlich kann man nicht einfach dort hin und sagen, dass man mit Punkten bezahlen möchte. Das muss man vorher telefonisch regeln. Auf meine Frage hin, warum wir da nicht einfach anrufen können, kam nur ein „och, ich glaub das wird für heute nichts mehr“, so dass wir wieder weggefahren sind. Die Punkte bleiben noch 2 Jahre gutgeschrieben und werden uns sicher dienlich sein im übernächsten Jahr, wenn es in Richtung Schottland, Irland, Italien oder Spanien geht – hautpsache Frankreich ;-).

Da wir nicht mehr so lange fahren wollten, nahmen wir wahllos einen 4-Sterne-Campingplatz mit Schwimmbad in 10 Minuten Entfernung. Dort blieben wir, obwohl es vom Ambiente wirklich nicht sehr schön war. Toiletten nach „französischem Standard“ ohne Papier, dafür diesmal manchmal mit Brille, manchmal ohne und manchmal als Hock-Klöchen. Irgendwie süß für 4 Sterne.

Wir verbrachten den plötzlich aufkommenden warmen Regen (wir hatten 25 Grad, aber das merkten wir kaum, da es bewölkt und feucht war) im Schwimmbad und bemerkten, dass die Bricquerie immer ein Stückchen von uns behalten wird. Wir hatten nämlich sowohl die Schwimmflügel, als auch die Wasserpistole als auch die Poolnudel dort vergessen. Ein paar kurze Tränen später war Merle glücklich, diesmal mit einem Ball schwimmen gehen zu dürfen.

Ab morgen soll es heiß werden und wir werden uns einen Platz am Meer suchen – und einen Decathlon für neue Schwimmflügel.

wassersportiche Grüße
eure Nicole

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