41 Shades of Green

Der Morgen beginnt grau mit Hochnebel, aber trocken. Heute wollen wir den Wild Atlantic Way weiter gen Westen fahren, bis in den südwestlichsten Zipfel Irlands.


Aber zuerst starten wir den Tag mit einem non-kontinental Breakfast: Bohnen, Würstchen, Spiegelei, gebratene Zwiebeln und geröstetes Brot mit Butter.

Merle spezialisierte sich auf 5 Würstchen, um dann anschließend noch ein Brot mit Schokoladencreme zu essen. Wir waren beeindruckt.

Dann ging ein Vormittag voller Arbeit los: Duschen, Wäsche trocknen, das Bad und den Toiletteneimer schrubben, Elektrogeräte aufladen, Haare schneiden und den Spielplatz besuchen. Wir bekamen von den französischen Wwoofern und Thomas noch viele Tipps für die Reise und brausten dann erst um 2 Uhr nachmittags weiter.

Wir fuhren den Schildern des Wild Atlantic Way nach und kamen zuerst durch das trubelige Clonakilty, um dann abzubiegen und auf schmalen Sträßchen wunderschöne Buchten, Strände, Steilküsten und kleine Häfen zu sehen.


versehentlich verfahren – kein Asphalt, 20 % Steigung inklusive Kehre. „It will be okay“, wie die Iren sagen

In Rosscarbery bogen wir nach links ab, um den Wild Atlantic Way weiter zu folgen. In der Kurve direkt war eine Baustelle und wir mussten kurz warten, bevor uns die Bauarbeiter weiter ließen.

Was wir nicht gesehen haben war, dass wir direkt in der Baustelle hätten rechts abbiegen müssen, die Bauarbeiter uns aber geradeaus gelotst hatten.

Wir fuhren die Straße weiter und sie wurde immer schmaler, erst eineinhalbspurig, dann einspurig. Es gab Abzweigungen ohne Beschilderung und wir waren uns unsicher, welchen Weg wir nehmen mussten.

Erstmal dachten wir uns nichts dabei, denn schlechte Beschilderungen kennen wir ja schon aus Frankreich. Doch irgendwann wuchs Gras in der Straßenmitte und jeder weitere Abzweig sah aus, als ob dort nur noch ein Bauernhaus kommt und dann Schluss ist.

Doch wir hatten Glück im Unglück. Aus der Seitenstraße dieser gottverlassenen grünen Landschaft kam ein Radfahrer. Er fragte, wo wir denn hin wollen und ob uns die Bauarbeiter falsch gelotst hätten. Wir bejahten und er nickte.

Das scheint nicht das erste Mal gewesen zu sein, dass sich hier Fremde hin verirrten. Er wohnte direkt im nächsten Haus und erklärte uns hervorragend, wie wir innerhalb von 3 Minuten wieder zur Hauptstraße kommen.

Die Straße wurde noch abenteuerlicher und ohne die Worte des Einheimischen wären wir sie niemals entlang gefahren. Er ging steil bergauf, steil bergab, hatte dabei eine Steilkurve, die wir fast nicht geschafft hätten und führte durch einen Hof hindurch. Dazu musste man mehrfach links und rechts abbiegen. An einigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass wir ohne Allradantrieb nicht weiterfahren können, aber Christian meisterte die Strecke mit Bravour.

Zurück auf der „Hauptstraße“, die nur wenig breiter war als der Feldweg, waren wir sehr erleichtert und konnten unseren Weg problemlos weiter fahren. 50 Shades of Green haben wir schon hinter uns.

Wir fuhren zum Drumbeg Steinkreis und erholten uns erstmal bei einer großen Portion Blaubeeren. Der Besucherparkplatz hatte einen Höhenbeschränkungsbalken und wir reihten uns in die Reihe der Wohnmobilisten ein, die auf der Straße davor halb im Weg parkten.


Drumbeg Steinkreis

Frage des Tages: Sind Höhenbeschränkungen eine sinnvolle Idee? Ohne steht der Platz möglicherweise voller Dauercamper, mit stehen die Mobile vor dem Parkplatz im Weg. Was meinst du?

Der Steinkreis selber gefiel uns gut. Ich bin immer wieder erstaunt, wie präzise die Menschen vor so vielen tausenden von Jahren die Steine nach den Sternen und dem Stand der Sonne ausrichten konnten.

Anschließend fuhren wir weiter in Richtung Mizen Head. SO heißt der kleine Leuchtturm mit noch kleinerem Cafe und winzigem Spielplatz ganz im Südwesten der Insel. Wir passierten wieder tolle Badebuchten, in denen sich bei irischem Badewetter (18 Grad, kein Regen, kein Wind) wirklich richtig viele Urlauber tummelten.

Wir fuhren durch kleine Fischerdörfer – wie ich auf einem Werbeplakat gelesen habe, gibt es hier „Kleine Trinkerei-Dörfer mit einem Fischerei-Problem“. Der Spruch gefällt mir.


Mizen Head

Um etwa 5 Uhr kamen wir dann an Mizen Head an. Wir nutzten den Abend, um auf dem Spielplatz Merle müde zu spielen und im Cafe ein Eis zu naschen. Das Wetter war leider immer noch grau in grau, so dass wir keine lohnenswerten Fotopunkte suchen brauchten.

Wir parkten unser Auto etwas schief mit herrlichem Blick auf die ruhige See und genossen einen theoretisch ruhigen Abend.

Ein Blick auf die Kreditkartenabrechnung zeigte uns, dass der französische Mobilfunkkonzern tatsächlich Geld abgebucht hatte, obwohl er dazu keine Berechtigung hatte. Nach einem Telefonat mit der Bank braucht mein PC nun einen Abschluss an einen Drucker, um ein Reklamations-Formular ausfüllen zu können. Da bin ich ja gespannt, wo wir das finden werden. Bis dahin: Gute Nacht!

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